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Audiospaziergang

Audiospaziergang „Maschsee – Geschichte weiterdenken“

Der Maschsee ist nicht nur eines der beliebtesten Erholungsgebiete Hannovers, sondern auch ein Ort mit bewegter Geschichte. Der Audiospaziergang „Maschsee – Geschichte weiterdenken“ beleuchtet an sechs Stationen die Rolle des Maschsees in der Zeit des Nationalsozialismus und verbindet historische Ereignisse mit aktuellen Fragestellungen. Spannende Klangcollagen, Originalquellen und Expertenstimmen eröffnen neue Perspektiven auf einen vertrauten Ort. Die Stationen können einzeln oder als Rundgang entlang des nördlichen Seeufers entdeckt werden.

ErinnerungskulturMaschseeNationalsozialismusSüdstadt-Bult
Bronzeskulpturenpaar am Maschsee-Ufer Hannover – Besucherin mit Kopfhörern betrachtet Kunst
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6 Stationen

zum Entdecken

Ansichtskarte um 1912: der Bismarckturm auf einem Hügel in der Aegidienmasch, im Vordergrund die Elisabethbrücke über die Leine

Worum geht es?

Spazieren, joggen, Boot fahren: Heute ist der Maschsee einer der beliebtesten Orte zum Durchatmen in Hannover. Dass der künstliche See zwischen 1934 und 1936 angelegt und vom NS-Regime propagandistisch vereinnahmt wurde, sieht man ihm auf den ersten Blick nicht an. Doch rund um das Nordufer finden sich bis heute Spuren dieser Zeit – in Skulpturen, in nie verwirklichten Bauplänen und im Ehrenfriedhof, auf dem 386 Opfer des Nationalsozialismus bestattet sind.

Der Audiospaziergang führt dich an sechs Stationen entlang des nördlichen Seeufers: von der Bücherverbrennung am Bismarckturm im Mai 1933 über den Bau des Sees und die NS-Kunst am Ufer bis zu den Plänen für eine monumentale „Gauhauptstadt“ und dem Wiederaufbau nach 1945. Klangcollagen aus Sprechertexten, Originaltönen und kurzen Interviews mit Fachleuten verbinden die Geschichte mit Fragen, die uns heute noch beschäftigen.

Entwickelt wurde der Audiospaziergang 2016 vom Büro Tonspur Stadtlandschaft im Auftrag des ZeitZentrums Zivilcourage der Landeshauptstadt Hannover. Er richtet sich besonders an Schülerinnen und Schüler, ist aber für alle spannend, die mehr über die Geschichte des Maschsees erfahren möchten. Die Stationen kannst du als Rundgang oder einzeln anhören.

Eindrücke aus der Tour

Diese Stationen erwarten dich auf der Tour

Sechs Stationen rund um das Nordufer erzählen, wie eng der Maschsee mit der Zeit des Nationalsozialismus verbunden ist – und was das mit uns heute zu tun hat:

Historische Postkarte: der Bismarckturm in der Aegidienmasch, Ort der Bücherverbrennung 1933

Wo man Bücher verbrennt

Am 1904 errichteten Bismarckturm in der Masch verbrannten Studierende und Lehrende der Technischen Hochschule am 10. Mai 1933 Bücher jüdischer, liberaler, pazifistischer und marxistischer Autorinnen und Autoren.

Der See – „von Hitler gebaut“?

1934 begannen die Arbeiten am Maschsee – fast ohne Maschinen, damit möglichst viele Arbeitslose propagandawirksam beschäftigt werden konnten. Eingeweiht wurde der See am 21. Mai 1936 als Erholungsort für die „Volksgemeinschaft“.

Die Statue „Fackelträger“ von Hermann Scheuernstuhl: eine nackte Männerfigur mit erhobener Hand auf einer Kugel, seit 1937 am Maschsee-Nordufer

Macht – Kunst – Politik

Skulpturen wie der „Fackelträger“ am Nordufer sollten das nationalsozialistische Menschenbild verbreiten. Heute steht ihm Alexander Calders rote Stahlplastik „Hellebardier“ gegenüber.

Planung für die Gauhauptstadt

Am Nordufer plante Stadtbaurat Karl Elkart eine monumentale Meile mit Foren für Partei, Staat und Stadt samt 100 Meter hohem Glockenturm. Der Krieg verhinderte den Bau.

Historische Aufnahme des Gedenksteins für die ermordeten Opfer aus der Sowjetunion und anderen Nationen auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer, davor Kränze, im Hintergrund das Neue Rathaus

Der Ehrenfriedhof am Nordufer

Im Mai 1945 legten die Alliierten hier einen Friedhof für 386 Opfer des NS-Regimes aus zwölf Nationen an – KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Ermordete.

Architekturmodell des Stadionbads Hannover mit geschwungenem Dachtragwerk, Entwurf von Friedrich Florian Grünberger, 1965

Aus Trümmern zum Wiederaufbau

Nach 1945 setzte die Stadt am Maschsee auf Sport: Das Niedersachsenstadion entstand auf Trümmerschutt, dazu kam das Stadionbad mit seinem markanten Dach – bewusst als Bruch mit der NS-Ästhetik.

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